Peter Schleindlsperger zu Ehren

„Fußballmädels“ des TV 1868 überreichen 1440 Euro an das Hilfsprojekt Kite Ghana

Burghausen. Jahrzehntelang hat Mädchenfußball-Pionier Peter Schleindlsperger beim TV 1868 eine wichtige Rolle eingenommen, vor wenigen Wochen ist der 67-Jährige völlig überraschend gestorben. Sein Tod hinterlässt ein tiefes Loch. Jetzt haben seine „Fußballmädels“ ihm zu Ehren eine Spende in Höhe von 1440 Euro an das Hilfsprojekt Kite Ghana überreicht – eine Herzensangelegenheit Peter Schleindlspergers.

Die Idee, Spenden zu sammeln, kam den „Fußballmädels“ spontan, denn ursprünglich wollten sie gemeinsam einen Blumenkranz und eine Karte organisieren. Daraus sind jetzt 1440 Euro an Spenden geworden. Organisiert wurde das Ganze über eine Whatsapp-Gruppe, die im Zuge der Aktion immer größer wurde. „Am Schluss waren etliche Leute, auch ehemalige Trainerkollegen, drin“, erzählt Celina Stanley, „dann haben wir beschlossen, dass wir das Geld an Kite spenden wollen, weil Peter sich sicher darüber gefreut hätte“.

 

Darüber, dass Kite Schleindlspergers Herzensprojekt war, sind sich die „Fußballmädels“ und Kite-Vorsitzender Günther Reithmeier einig. „Es war ihm immer wichtig, Bildung zu fördern“, sagt Reithmeier, „er hat Geld gesammelt und die Spendenläufe organisiert“. Josefa Herbert erinnert sich: „Beim Spendenlauf hat er uns motiviert, möglichst viele Runden zu laufen.“

Das Hilfsprojekt unterhält eine integrative Schule in Ghana mit rund 700 Schülern. Mit den Spendengeldern werden Kinder mit und ohne körperlichen Einschränkungen unterstützt. „Vor Weihnachten haben wir wegen der Corona-Belastung ein Sonderbudget nach Ghana geschickt, weil die Familien nicht handeln und keine Einkäufe mehr tätigen konnten“, erzählt Reithmeier. Außerdem wurde im vergangenen Jahr ein Schulbus angeschafft.

Über die Spende der „Fußballmädels“ freut sich der Vorsitzende. „Wir tun uns leichter, wenn mehr Geld in der Kasse ist, weil wir dann auch großzügiger sein können.“

Dass Peter Schleindlsperger ihnen fehlt, merkt man an den Worten der Sportlerinnen. „Er war nicht nur mein Fußballtrainer, sondern wie ein Onkel für mich, weil wir uns zweimal pro Woche im Training und jedes Wochenende bei den Spielen gesehen haben“, sagt etwa Celina Stanley, die seit ihrer Jugend in der Fußballmannschaft von Peter Schleindlsperger spielte. Er habe sie geprägt und die Mannschaft mit seiner Leidenschaft angesteckt.

Auch Laura Müller erinnert sich an die vielen positiven Eigenschaften ihres Trainers: „Er hat sich Zeit genommen, uns motiviert und immer die richtigen Worte gefunden.“ Neben dem verbalen Zuspruch und der Motivation, zeigte Peter Schleindlsperger auch am Spielfeldrand vollen Körpereinsatz: Während eines Spiels habe er sich bei einem Tor so gefreut und gejubelt, dass er sich wegen einer Unebenheit im Rasen sogar einen Bänderriss zuzog, erzählen die Mädels.

Die Gespräche darüber, wie es beim TV 1868 im Frauenfußballbereich ohne den 67-Jährigen weitergehen soll, laufen. „Peter Schleindlsperger war ein Trainer, eine gute Seele, ein Lehrer und hat auch Kontakte gehabt“, sagt TV-Vorsitzender Norbert Stranzinger. Ihn eins zu eins ersetzen zu können, werde nicht möglich sein. „Aber es wird weitergehen mit dem Mädchenfußball, wir werden das Amt auf viele Schultern verteilen.“ − lkb/Burghauser Anzeiger

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